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Impfinformation
   
Schutzimpfungen und Malariaprophylaxe gehören zu den wichtigsten Maßnahmen der Reisemedizin. Es gibt zwar noch nicht gegen alle Infektions-krankheiten eine Impfung, dennoch kann man sich heute bereits vor vielen unangenehmen und zum Teil lebensbedrohenden Erkrankungen schützen.

Auf jeden Fall sollte jeder Reisende für folgende Impfungen sorgen:
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten (Pertussis)
Kinderlähmung
Hepatitis A
Hepatitis B
Typhus

Welche Impfung Sie für Ihre Reise zusätzlich benötigen bzw. ob Sie eine Malariaprophylaxe brauchen, kann je nach Land, sogar je nach Region eines Landes verschieden sein. Informationen darüber erhalten Sie im Institut für Reise- u. Tropenmedizin, Lenaugasse 19, 1080 Wien,
Tel.: 01/402 68 61
Impfambulanz: Mo. - Fr. 8:30 -11:30 und 16:00 - 19:00 ohne Voranmeldung
sowie im Internet unter: www.impf.at
Auskünfte darüber, welche Reisemediziner Ihnen in den Bundesländern zur Verfügung stehen, erhalten Sie ebenfalls im Institut für Reise- und Tropenmedizin sowie auf www.impf.at

   

Allgemein empfohlene Reiseimpfungen

Diphtherie, Tetanus,
Keuchhusten, Polio
Gegen diese 4 Infektionskrankheiten sollte jeder bereits in der Kindheit geimpft worden sein. Bei der Kontrolle des Impfpasses im Rahmen der Reiseplanung muss überprüft werden, ob der Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio noch aufrecht ist. Die Auffrischung mit einem Kombinationsimpfstoff soll alle 5-10 Jahre durchgeführt werden.
Vor allem der Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) ist für den Reisenden von Bedeutung.
Tetanussporen kommen überall im Erdreich und Staub vor und können bei kleinsten Verletzungen in den Körper gelangen. Das von ihnen produzierte Gift verursacht schwere Krämpfe, die Erkrankung endet oft tödlich. Um im Verletzungsfall im Ausland eine Tetanusimpfung zu umgehen, soll bei Fernreisen die Impfung aufgefrischt werden, wenn die letzte Tetanusimpfung länger als 5 Jahre zurückliegt. Die gleichzeitige Impfung gegen Diphtherie, Keuchhusten und Polio (Poliomyelitis = Kinderlähmung) ist deshalb wichtig, weil diese gefährlichen Infektionskrankheiten nur durch eine konsequente systematische Durchimpfung der Bevölkerung in Schach gehalten werden können.
   
Hepatitis A
Hepatitis A kommt in südlichen, warmen Ländern, aber auch im Mittelmeerraum und in Osteuropa vor. Die Übertragung des Hepatitis A-Virus erfolgt durch verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel und sogenannte Schmierinfektion (wichtig: Handwaschhygiene). Vorsicht beim Konsum von Eiswürfeln, Speiseeis, Salat und Muscheln in betroffenen Ländern! Infizierte Personen scheiden den Krankheitserreger bereits
1-2 Wochen vor dem Auftreten der ersten klinischen Symptome mit dem Stuhl aus. Das Virus befällt die Leber und führt dadurch zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht). Es treten grippeähnliche Symptome auf. Die Erkrankung dauert einige Wochen bis Monate. Sie ist bei Kindern meist mild ausgeprägt, mit zunehmendem Alter verläuft Hepatitis A jedoch schwerer, in seltenen Fällen auch tödlich.
   
Hepatitis B
Das hochinfektiöse Hepatitis B-Virus kommt weltweit, vor allem aber in südlichen, warmen Ländern, im Mittelmeerraum und in Osteuropa vor und befällt ebenfalls die Leber. Es kann wie bei der Hepatitis A eine Gelbsucht auftreten. Das Gefährliche an der Hepatitis B ist jedoch, dass viele Betroffene lebenslange Virusträger bleiben und nach Jahren an Leberzirrhose oder Leberkrebs erkranken können. Außerdem scheiden sie das Virus in großen Mengen mit allen Körperflüssigkeiten aus und stellen dadurch eine Gefahr für nicht geimpfte Kontaktpersonen dar. Die Übertragung kann vor allem durch Blut und Speichel sowie durch gemeinsam benützte Gegenstände (Kämme, Handtücher, Zahnbürsten) erfolgen. Auch eine
sexuelle Übertragung ist möglich.
   

Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B
Die einzige sichere Methode, sich vor einer Ansteckung mit Hepatitisviren zu schützen, ist die Impfung. Die Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B besteht aus 3 Teilimpfungen, wobei die erste und zweite Teilimpfung im Abstand von 4 Wochen, die dritte Teilimpfung 6-12 Monate nach der ersten verabreicht werden. Die Schutzdauer gegen Hepatitis A beträgt mindestens 10 Jahre, gegen Hepatitis B mehrere Jahre (abhängig von der Antikörpermenge im Blut).

   
Typhus
Diese durch Bakterien (Salmonellen) hervorgerufene Infektionskrankheit ist äußerst schmerzhaft und kann zu einem schweren Krankheitsbild mit hohem Fieber, Benommenheit, blutig-eitrigen Durchfällen und Darmgeschwüren führen. Die Übertragung erfolgt durch kontaminiertes Wasser, Lebensmittel und Schmierinfektion. Durch die leichte Übertragbarkeit wird eine Impfung allen Reisenden, vor allem bei Aufenthalten in südlichen, warmen Ländern, empfohlen. Die Impfung besteht aus einer einmaligen Injektion, der Impfschutz hält 3 Jahre.
   

Malariaprophylaxe

Malaria ist eine in den tropischen Gebieten Afrikas, Amerikas und Asiens vorkommende Erkrankung. Die Erreger (Plasmodien) werden durch dämmerungs- und nachtaktive Stechmücken übertragen. Die typischen Symptome sind plötzlich auftretendes Fieber mit Schweißausbruch und Schüttelfrost. Nicht selten kommt es zu Komplikationen (Koma, Schock, Organversagen). Die erste Schutzmaßnahme ist daher die Verhinderung oder zumindest Verminderung der Mückenstiche durch sogenannte Expositionsprophylaxe (am Abend lange Ärmel, lange Hose, Moskitonetz, Insektenschutzmittel). Zusätzlich soll eine vorbeugende Einnahme von bestimmten Medikamenten (Chemoprophylaxe) verhindern, dass die Malariaerreger die roten Blutkörperchen befallen und dadurch die Erkrankung auslösen. Je nach angestrebtem Reiseziel stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Diese sollen während der Reise sowie je nach Präparat eine bestimmte Zeit davor und danach eingenommen werden. Die optimale Malariavorsorge, was Risiko, Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen betrifft, muss in einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt gewählt werden.