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Reiterfest auf Sumba
Von Susanne Senft
Fotos: Stefan Senft
Im Mittelpunkt unseres Lebens stehen Reisen, fremde Länder und Landschaften, und die
Faszination deren Bewohner kennenzulernen – Menschen und Tiere gleichermaßen.
Viele entlegene Gebiete unserer Erde haben wir mit dem Schiff besucht – weil viele Inseln mit
dem Flugzeug schwer oder nicht erreichbar sind – wie auch diese mit der MS Bremen zwischen Bali und Australien.
Die Kleinen Sundainseln, Lucipara Inseln, die Molukken, Irian Jaya (West-Papua) und Papua
Neuguinea, Tuam, die Trobriand Inseln und schließlich den Louisiada Archipel.
Auch diese Expeditionsreise wurde von namhaften Lektoren begleitet, wie z.B. dem GEO-Experten Uwe George, dem Biologen Wolfgang Bittmann und dem Ethnologen Christian Walter.

Nachdem wir unsere Kabine bezogen und alles für unseren 3-wöchigen
Aufenthalt
verstaut haben, gehen wir mit einer Riesen-Portion „Vorfreude“ an Deck, treffen dort Crew-Mitglieder und Passagiere, die wir bereits von anderen Kreuzfahrten kennen, plaudern und warten auf das Auslaufen des Schiffes während wir unseren Welcome-Drink genießen. Als sich dann das Schiff in Bewegung setzt und die Sonne den Himmel über Bali in ein leuchtendes Abendrot verzaubert, wird es ruhig unter den Passagieren.
Die Abendstimmung ist überwältigend, man möchte diese Bilder nie vergessen – wo noch in einem Moment Balinesen und Touristen am Strand stehen und uns winkend verabschieden, wird im nächsten die palmenbewachsene Insel überschaubar, über der orangerot leuchtende Wolken stehen – und schon eine halbe Stunde später ist Bali verschwunden. Wir sehen an der Bordwand hinab, wie das Schiff durch den Ozean gleitet. Wir genießen noch lange den stimmungsvollen Abendhimmel und freuen uns auf die vielen, angekündigten Höhepunkte dieser Reise.
Zwischen Bali und Lombok überqueren wir die biogeografische Trennlinie zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna, die Wallace-Line. In diesem Gebiet befinden sich an Land, wie auch im Meer viele endemische Arten, die vom Aussterben bedroht sind.
Sumba
Schon am nächsten Tag unternehmen wir den ersten Landgang auf die Insel Sumba, die wie Bali zu den Kleinen Sundainseln gehört. Aufgrund der geographischen Isolation haben sich diverse kulturelle Besonderheiten entwickelt. Durch Missionare wurden viele Einwohner zu Christen, zwei Drittel bekennen sich aber immer noch zur traditionellen Marapu-Religion, in der Ahnen als Gottheiten verehrt werden und in Megalith-Steingräbern bestattet werden.
Das Schiff lockt unzählige Einheimische an den Strand, die unser Eintreffen beobachten. Während wir mit bunten Booten eine Bucht überqueren, begleitet uns freudiges, übermütiges Geschrei der Kinder. Im Dorf Kodi begrüßen uns die Dorfbewohner mit einer Opfer-Zeremonie, anschließend dürfen wir bei einem farbenprächtigen Pasola-Reiterkampf zusehen, der in West-Sumba die Tradition der Stammeskriege fortsetzt.
Am „Schlachtfeld“
Ein palmengesäumter riesiger Platz außerhalb des Dorfes dient als „Schlachtfeld“, auf dem die zwei Heere parallel aufeinander zureiten und dort versuchen, mit stumpfen Speeren und Stöcken den gegnerischen Kämpfer vom sattellosen Pferd zu stoßen. Die Reiter werden von schrillen, vibrierenden Schreien der Frauen angefeuert, wie früher die Krieger nach erfolgreicher Kopfjagd begrüßt wurden.
Nach diesen aufregenden Erlebnissen bekommen wir noch einen Einblick in die uralte, arbeitsintensive Webmethode der für Sumba berühmten Ikat-Stoffe. Im Gegensatz zu anderen Gegenden werden hier anstelle geometrischer Muster, Menschen und Tiere dargestellt. Die aufwändigen Arbeiten erzielen unter Kennern und Sammlern beachtliche Summen.
Die „Drachen“ Komodos
Die Insel Komodo ist vulkanischen Ursprungs und erwartet uns am nächsten Morgen mit ihren Waranen, die erst 1912 entdeckt wurden und mit 3m Körperlänge und bis zu 135kg Körpergewicht zu den größten Reptilien zählen. Unsere ersten Komodo-Drachen, wie sie auch genannt werden, liegen faul beim Rangercamp, furchteinflößend und aufregend sind sie allemal. Mit ihrem Schwanz können sie kräftige Schläge verteilen, in ihrem Speichel finden sich unzählige Bakterien, die ihren Biss zusätzlich gefährlich machen, auch wenn diese Reliquien der Urzeit eher einen trägen Eindruck machen. Dennoch – eine Rundwanderung im Komodo-Nationalpark erfordert äußerste Vorsicht, die Warane bewegen sich frei, wir können überall auf sie treffen.
So abenteuerlich sich einerseits die Ausflüge gestalten, so komfortabel gestaltet sich andererseits der Aufenthalt an Bord. So endet jeder noch so anstrengende Tag bei einem exklusiven Dinner im Gourmetrestaurant, wo wir bei einem guten Glas Wein die Erlebnisse des Tages Revue
passieren lassen.
Wie gehts weiter?
Die Fortsetzung dieser Reise folgt im nächsten Reisejournal: Flores, die Molukken und West-Papua.
Reiseinfo
Die MS Bremen, ein 4-Sterne-Expeditionsschiff, bietet ihren maximal 164 Gästen in familiärer Atmosphäre einzigartige Expeditions- und Themenreisen, die durch ein Team von Experten verschiedener Wissensgebiete begleitet werden. Dank ihres geringen Tiefganges und der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe können auch außergewöhnliche Fahrtgebiete erkundet werden. Die zwölf bordeigenen Zodiacs ermöglichen dabei ganz individuelle Anlandungen und besondere Erlebnisse. Alle Reisen mit der MS Bremen finden Sie auf der
Homepage unter www.hlkf.de.
jumbo Reistipp
Ein Besuch bei den Waranen von Komodo und viele weitere Highlights der indonesischen Inselwelt können Sie im Rahmen der 6-tägigen jumbo Rundreise „Exotisches Flores - Rinca - Komodo“ ab e 944,- ab/bis Denpasar, am besten in Verbindung mit einem erholsamen Badeaufenthalt auf Bali erleben.
Ein Urlaubserlebnis ganz anderer Art verspricht eine Tauchkreuzfahrt zu den schönsten Inseln Indonesiens auf der „Moana“, einem traditioneller Pinisi-Schoner, gefertigt aus Eisenholz und Teakholz. Das klassisch-schöne Holzsegelboot vereint traditionelle Atmosphäre mit Komfort und Sicherheit und ermöglicht so unvergessliche Erlebnisse abseits vom Massentourismus.
Für Taucher gibt es diese 5-tägige Reise ab/bis
Bali ab € 998,-
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