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Peru & Bolivien
Von Alexandra Rechberger


Eine überwältigende Naturkulisse eröffnet sich zwischen Pazifikküste und den schneebedeckten Gipfeln der Anden. Auf unserer Reise entdecken wir Landschaften, welche vielfach unberührt erscheinen, Zentren alter indigener Hochkulturen wie Machu Picchu und Tiwanaku sowie die prachtvollen Bauten der spanischen Eroberer in Lima und Cuzco. Wir bummeln über die malerischen und farbenprächtigen Märkte, treiben mit den Nachfahren der Aymara und Quechua regen Handel, welche noch heute versuchen, in Form von Brauchtumspflege ihre Traditionen aufrechtzuerhalten. In ihren bunten Trachten wirken sie, als würden sie heute noch wie ihre Vorfahren leben. Als wäre die Zeit stehengeblieben.

Lima
Mit fast 8 Millionen Einwohnern scheint Lima, die quirlige Metropole an der
Pazifikküste Perus aus allen Nähten zu platzen. Fast ein Drittel der peruanischen Bevölkerung lebt und arbeitet hier. Auf den Spuren des spanischen Conquistadors Francisco Pizarro, welcher das koloniale Lima gründete, spazieren wir durch die Altstadt mit dem Hauptplatz, der „Plaza de Armas“, besichtigen die Kathedrale und genießen anschließend unser Mittagessen, Alpaca Steak mit Tacu Tacu (Reis-Bohnenflade) in einer der ältesten und bekanntesten Bars in Lima, der Bar Cordano.
Wer wichtige Briefe zu schicken hat, dem Internet misstraut oder des Lesens und Schreibens nicht mächtig ist, diktiert sie einem der zahlreichen Schreiberlinge, welche rund um die Plaza de Armas bereits auf Kunden warten.

Arequipa
Schon bei Ankunft überwältigt uns der Anblick des Vulkankegels Misti (5.800m) – majestätisch thront er über der „Weißen Stadt“, ein Beiname, den Arequipa zu recht trägt!
Der Besuch des berühmten Santa Catalina Klosters, ein Beispiel an kolonialer Architektur, vermittelt uns einen lebendigen Eindruck, wie das Leben der Nonnen im 17. Jhd. ausgesehen haben mag. Aber Arequipa ist auch unser Ausgangspunkt für das nächste Ziel unserer Reise – der Fahrt durch den Colca Canyon (4800m).
Colca Canyon
Frühes Aufstehen ist hier angesagt, denn wer die Kondore fliegen sehen möchte, darf die morgendliche Thermik am „Cruz del Condor“ nicht verpassen. Denn nur dann ist es möglich, einen Blick auf die Majestäten der Lüfte zu erhaschen. Wir haben Glück! Nach einer Stunde geduldigen Wartens gleiten zwei der riesigen Aasfresser mit ihren mehr als drei Metern Spannweite über unsere Köpfe hinweg – wenn auch nur für wenige Sekunden.
Vorbei an weitläufigen Terrassenanlagen aus der Vor-Inkazeit, welche zum Teil auch heute noch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden, geht es Richtung Puno, der Stadt am Titicaca See. Wir ließen es uns nicht nehmen und schlüpften kurzerhand in die bunt bestickten Trachten der dort ansässigen Indigenas.

Titicaca See
Der höchste schiffbare See der Welt, 194 km lang, 65km breit und 14-mal so groß wie der Bodensee. Von Puno aus starten wir zu einer der Attraktionen des Titicacasees – den „schwimmenden Inseln der Uros“ - ursprünglich gebaut, um sich vor den Angriffen der Inkas zu schützen.
Aus Totora-Schilf werden nicht nur die Inselchen, Häuser und Boote gefertigt, sondern es steht auch am Speiseplan. Per Boot geht es weiter nach Taquile zur Insel der „strickenden Männer“. Das Anfertigen warmer Pullover, Mützen und Socken erlernen die Männer bereits im Kindesalter. Auf der bolivianischen Seite bekommen wir erst den Eindruck von der wirklichen Größe des Titicacasees. Am Weg nach Huatajata spiegeln sich die gewaltigen 6-Tausender der Königskordilleren in diesem wieder.

Bolivien
Auf unserem – leider nur – drei Tage langen Abstecher nach Bolivien lernen wir unter anderem Demetrio, den einzigen noch Lebenden der berühmten Limachi-Brüder kennen. Er und seine beiden Brüder haben einst die berühmten Schilfboote (Ra II, Abora, etc ...) gebaut, mit denen der norwegische Forscher Thor Heyerdahl die Meere überquerte. Von Huatajata fahren wir nach La Paz. Die höchstgelegene Stadt des südamerikanischen Kontinents besticht durch ihre einzigartige Lage.
Auf der Hochebene westlich von La Paz ist die Stadt El Alto entstanden, die inzwischen mit 775.836 Einwohnern fast genau so groß wie La Paz ist.
Uns begeistern wieder einmal die riesigen, offenen Märkte, wobei der skurrilste unter ihnen der sogenannte „Hexenmarkt“ ist und uns magisch anzieht. Hier werden getrocknete Alpaca-Embryos, Frösche, Schlangen und sonstige Gruseligkeiten dargeboten. Mit aufgesetztem Lächeln grüßen wir die sogenannten „Brujas“ – was soviel wie Hexen heißt – um uns ja keinen Fluch einzufangen.
Die Kallawaya (Wahrsager und Heiler) glauben, dass man erst seine Seele reinigen muss, um auch den Körper heilen zu können. Meine Freundin lässt sich von einem Kallawaya die Zukunft aus den heiligen Cocablättern lesen und erfährt, dass alle Wege, welche sie einschlagen wird, gute sein werden – na Gott sei Dank.
Wir verlassen La Paz und erreichen die Ruinen von Tiwanaku. Diese ehemals hochentwickelte Kultur lässt sich durch Ausgrabungen und Funde bis 1580 vor Christus datieren. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das 3m hohe und 3,75m breite Sonnentor, welches aus einem einzigen Andesitblock herausgeschlagen wurde.
Wir haben an diesem Tag wirklich großes Glück – der Präsident von Bolivien Evo Morales und Rigoberta Menchu (Friedensnobelpreisträger 1992) halten bewegende Reden an die höchsten Oberhäupter aller indigenen Stämme Südamerikas. In ihren prächtigen Gewändern nicken sie mit stolzen Mienen zustimmend und wir haben das Gefühl, einem Stück Zeitgeschichte beigewohnt zu haben.

Cuzco
Wieder zurück in Peru ist unser nächstes Ziel Cuzco, die ehemalige Hauptstadt der Inkas. Koloniale Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, welche 1560 bis 1654 auf den Grundmauern eines Inkapalastes erbaut wurde, stehen ebenso auf unserem Programm, wie der Besuch des Santo Domingo Klosters – in seinem Inneren wurde durch das Erdbeben 1950 das Sonnenheiligtum Corichanca freigelegt, das wichtigste Tempelheiligtum der Inkas.
Mein Tipp bei Verlängerung: Wenn, dann in dieser Stadt! In den engen schmalen steingepflasterten Gässchen finden Sie zahlreiche Restaurants, Bars, Boutiquen und Handwerksläden.
Nach wie vor geben die naheliegenden Ruinen Cuzcos, wie zum Beispiel, Sacsayhuaman der ganzen Welt Rätsel auf. Die bis zu 155 Tonnen schweren und bis zu 5 m hohen Steinblöcke dieser Mauern lösen bei uns vollste Bewunderung aus.

Machu Picchu
Zeitig verlassen wir Cuzco und fahren mit dem Zug durch das enge, fruchtbare Urumbatal nach Aguas Calientes, der Stadt am Fuße der archäologischen Stätte Machu Picchu. In einer Höhe von 2400m, eingebettet zwischen dicht bewaldeten Bergen blieb die Stadt für die spanischen Eroberer unsichtbar und ist dadurch der Zerstörung entgangen. Erst 1911 wurde Machu Picchu für die Nachwelt von Hiram Bingham entdeckt und zählt heute nicht umsonst zu den 7 neuen Weltwundern! Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden waren. Etwa 3.000 Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Außenmauern der zum Teil mehrstöckigen Wohneinheiten. Wir beschließen diese herrliche Kulisse vom Inti Punku (Sonnentor) aus zu genießen und spazieren ca 45 Minuten leichten Schrittes hinauf. Eine schöne Erinnerung ist der Besuchertempel, welchen wir uns am Eingang der Ruinenstadt in unsere Pässe geben lassen.

Pisac
Wir verlassen Aguas Calientes und wählen den Weg retour nach Cuzco durch das Sacred Valley, das heilige Tal der Inkas. Wir bummeln über den farbenprächtigen Markt von Pisac. Das „Feilschfieber“ packt uns. Schon nach wenigen Minuten sind wir stolze Besitzerinnen von zwei herrlichen Alpaca-Teppichen und zwei Panflöten. Diesen einen Ton zu entlocken erweist sich als gar nicht so einfach – am Rückweg nach Cuzco üben wir im Bus zum Leiden anderer Reiseteilnehmer fleißig den Song „El Condor Pasa“ – Autsch!

Schweren Herzens haben wir unsere Koffer gepackt, mit dem festen Vorsatz wiederzukommen. Denn es gibt noch viel zu entdecken in Peru und Bolivien. Und in Gedanken fliegen wir auch nicht nach Hause, sondern bereits über die berühmten Nasca-Linien!

Reiseinfo
Nicht ohne Grund zählt Peru zu den meistgewählten Reisezielen in Lateinamerika. Kaum ein Land bietet so viele archäologische und kulturelle Sensationen und weist außerdem alle vier Landschaftszonen von der Küste über die Anden und den Regenwald bis hin zur Wüste auf.
Nicht nur die Schätze der Inka locken mit ihren unergründlichen Geheimnissen, sondern auch die Hinterlassenschaften der vorinkaischen Kulturen, wie Moche, Chimu, Nasca und anderen, ziehen die Besucher in ihren Bann. Die weltberühmten Ruinen von Machu Picchu, die alte Inka Hauptstadt Cuzco und die eindrucksvollen Museen von Lima sind nur einige Höhepunkte. Die „weiße“ Stadt Arequipa zählt zu den schönsten Kolonialstädten des Subkontinents und der nahegelegene Colca-Canyon zu den spektakulärsten Landschaften Südamerikas. Mit einer Tiefe von über 3.000m ist er doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA. Das alte Reich der Inkas fasziniert auch heute noch viele Besucher.

Klima/Reisezeit
Peru ist eine Ganzjahresdestination! Ideale Reisezeit Mai bis Oktober. An der Küste und um Lima ist von Oktober bis April Sommer, im Dschungel und in den Bergen ist dies die Regenzeit.
Von Mai bis Oktober ist es in den Bergen klar, in den Küstengebieten oft nebelig.

Anreise
Anreise mit KLM über Amsterdam. Personal, Service, Ausstattung und Unterhaltungsprogramm hervorragend.

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