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Migration - Abenteuer am Mara-River
Von Susanne Senft
Fotos: Stefan Senft
Die Reise nach Ostafrika war seit langem geplant, nach der aufregenden Universum-Dokumentation war unsere Vorfreude auf die Abenteuer am
Mara-Fluss nicht mehr zu bremsen ...
Rund 30.000 Quadtratkilometer umfasst das Gebiet, das den Serengeti Nationalpark in Tansania, das Masai Mara Game Resort in Kenya, sowie einige kleinere Schutzgebiete mit einschließt. Hier leben rund 1,5 Millionen Gnus, 600.000 Antilopen und 200.000 Zebras, die sich in der Graslandschaft ernähren müssen. Jedes Jahr, wenn die Serengeti während der Trockenzeit zwischen März und Oktober ausdörrt, ziehen riesige Herden nach Norden in die Masai Mara.
Auf Ihrem Weg zu den saftigen Weiden haben sie jedoch ein schwieriges Hindernis zu überwinden:
den Mara-Fluss.
Nach den sommerlichen Wolkenbrüchen spielen sich an den Ufern des reißenden Flusses dramatische Szenen ab. Die Herden drängen sich in Massen an der steilen Uferböschung, im Wasser lauern die größten Nilkrokodile Afrikas, bis zu 7 Meter lang und 1.000 kg schwer.
Man spürt die Angst der Gnus, die Luft ist erfüllt von ihren Stimmen.
Es dauert Stunden, bis eines der Tiere den Sprung ins Wasser wagt.
Ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück. Hunderte Tiere rutschen und stolpern über die Böschung, brechen sich die Beine, stürzen sich in blinder Panik in die Fluten. Dramatische Szenen, bei denen die Krokodile eigentlich nur eine Nebenrolle spielen. Bei der Vielzahl hysterischer Gnus machen Sie leicht Beute. Viele junge Tiere erreichen das andere Ufer nicht, sie ertrinken,
andere sind zu erschöpft, um noch die steilen Klippen des rettenden Ufers zu erklimmen.
Wir sind traurige Augenzeugen.
In der Masai Mara erlebt man alles hautnah und viel Gesehenes geht tief unter die Haut. Glück, Freude, Trauer und selbst der Tod sind ständige Begleiter beim Beobachten des gnadenlosen Alltags der Tierwelt.
Eine Safari durch Ost-Afrika ist eine Berg- und Talfahrt durch die Stimmungen der menschlichen Seele und ich kann nur sagen, sie zählt zu den schönsten Dingen, die ich erlebt habe. Die Trauer und Betroffenheit die man empfindet, wenn Tiere den Kampf ums Überleben verlieren, wird relativiert, wenn man im gleichen Atemzug erlebt, wie eine Löwenmutter zärtlich ihre Jungen umsorgt und Hyänen sich in vollkommener Familienidylle vor ihrem Bau in der Sonne aalen. Das Herz rast, wenn ein Löwenrudel Antilopen jagt oder man nach stundenlanger Jeepfahrt dem Leoparden gegenübersitzt und dieser den Blick mit stechenden Augen erwidert.
Die Gepardenmutter, die eine Gazelle jagt, um sie ihren heranwachsenden Jungen zu überlassen – so lernen sie, wie man die Beute tötet.
Der kleine Elefant, der seinen Rüssel hebt und tollpatschige Drohgebärden vollführt, während unsere Anwesenheit die restliche Herde völlig kalt lässt. Die Warzenschweine, die tollkühn herannahende Löwen von ihrem Bau ablenken, wo sich ängstlich ihre Jungen verbergen.
Die Hippos, die nur so lange faul im Wasser liegen, wie sie sich nicht gestört fühlen. Dann können diese Kolosse rennen, wie man es ihnen
niemals zutrauen würde.
Nicht zu vergessen, die Camps, von denen ich das Little Governor´s besonders hervorheben möchte. Auch der Gast muss hier einen Fluss überqueren, um das Camp zu erreichen. Man setzt mit seinem Gepäck in einem kleinen Boot über und fühlt sich im nächsten Augenblick „daheim angekommen“.
Am Rande einer kleinen Lagune reihen sich geräumige Zelte aneinander, jedes mit einer kleinen Aussichtsterrasse. Von hier aus überblickt man die Lagune und kann den ganzen Tag hautnah die Tierwelt an der Lagune beobachten:
Elefanten, Hippos, Paviane, Giraffen, Wasserbüffel, nicht zu vergessen die zahlreichen Vögel, die in fotogenen Schwärmen um die Lagune kreisen und sich auf den Bäumen niederlassen. Hier einen ganzen Tag zu verbringen wäre keine Zeitverschwendung, aber jeder hat drei, vier mal am Tag die Möglichkeit, mit dem Jeep auszufahren. Abends taucht romantisches Kerzenlicht das Camp in warme Rottöne, ein offenes Feuer wärmt die Gäste, die rund um dieses Feuer zu Abend essen. In der Bar brennt ein offenes Kohlenfeuer, denn die Nächte sind kühl auf 1.700m Seehöhe. Das Essen und der gebotene Service sind hervorragend. In den komfortablen Zelten erwartet die Gäste abends ein warmer Thermophor im Bett.
Ich habe noch nicht von der Savanne erzählt, über der blutrot die Sonne aufgeht und Baumgruppen beleuchtet, über die wir in unserem Heißluftballon hinweg gleiten. Der Mara-Fluss schlingt sich unter uns durch einen grünen Baumgürtel, Hippos liegen faul an rötlich schimmernden Sandbänken, während an anderen Stellen das Wasser reißend schnell dahinfließt. Von oben hat man einen herrlichen Überblick und gewinnt eine Vorstellung über die Größe dieses endlos wirkenden Naturreservats.
Und sobald die ersten Regenfälle in der Serengeti einsetzen, beginnt der Kreislauf von Neuem, die Herden ziehen wieder südwärts. So legen die Tiere bis zu 3.000 km innerhalb eines Jahres zurück.
Reiseinfo
Kenya bietet für den Safari-Reisenden verschiedenste Parks mit einer faszinierenden Flora und Fauna.
Der Tsavo Nationalpark im Süden Kenyas ist der größte Nationalpark des Landes. Aus verwaltungstechnischen Gründen ist der Park in einen Ost- und einen Westteil gegliedert. Der Tsavo Ost besteht aus einer dünnen bewachsenen Dornbuschsavanne. Berühmt sind die „Roten Elefanten“, die sich durch eine Schicht der eisenhaltigen roten Erde vor Sonne und Insekten schützen.
Die Masai Mara gilt als eines der bekanntesten Tierschutzgebiete in Afrika. Der Nationalpark bildet den nördlichen Teil des Serengeti Nationalparks in Tansania. Das Highlight ist die „Great Migration“ – die große Wanderung – bei der riesige Gnuherden, Zebras und Antilopen auf der Suche nach besseren Weidegründen aus der südlichen Serengeti in die Masai Mara ziehen (Juli-Okt.).
Der Amboseli Nationalpark ist wahrscheinlich der beste Ort in Kenya um Elefanten aus der Nähe zu beobachten. Der Nationalpark beherbergt noch viele andere Tiere wie Masai-Giraffen, Büffel, Paviane, Gazellen, Löwen, Geparden und Leoparden. Je nach Jahres- und Tageszeit findet man die Tiere entweder unter schattigen Akazienbäumen, Dornbüschen, in den Ebenen oder im Schlamm der Sümpfe – im Hintergrund immer den Mount Kilimanjaro.
Im Hinterland der Südküste, nur einige Kilometer vom Diani Beach entfernt liegt die Hügellandschaft des kleinen Shimba Hills Nationalparks. Höhen von bis zu 450 Metern bieten einen weiten Blick über die Shimba Hills, die Ernest Hemingway bereits als „Die grünen Hügel Afrikas“ beschrieb, bis hin zum Indischen Ozean. Eine Besonderheit ist die seltene Rappenantilope. Zudem kommen Giraffen, Büffel, Elefanten, Antilopen, Zebras, einige Affenarten und auch die schwer zu beobachtenden Leoparden vor.
Klima/Reisezeit
An der Küste tropisch mit ganzjährigen Durchschnittstemperaturen um die 28 Grad C. Im Landesinneren kann es, bedingt durch die Höhenlage, zwischen Juni und August besonders in der Nacht stark abkühlen. Bei der Regenzeit unterscheidet man zwischen langer und kurzer, wobei die lange von März bis Juni und die kurze von November bis Dezember dauern kann.
Gesundheit
Impfungen sind nicht zwingend vorgeschrieben. Gelbfieber wird jedoch verlangt, sobald Sie aus einem Infektionsgebiet (z.B. Afrika, Südamerika) einreisen oder innerhalb des letzten Jahres in einem waren. Malaria-Prophylaxe und Hepatitisimpfung werden das ganze Jahr über empfohlen. Für weitere Informationen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt, das Tropeninstitut oder das Gesundheitsamt.
jumbo Tipp
Das Governors Camp gibt es bereits seit 1972. Mit seinem Komfort, Service und gutem Essen hat dieses Camp als erstes Safaricamp Afrikas Maßstäbe gesetzt. Mit der Bewahrung dieser Qualitäten als eine Art Tradition hat sich das Camp über Jahre hinweg einen Namen geschaffen und sich ständig verbessert. Besondere Beachtung wurde der Erhaltung der Atmosphäre zuteil, die schon Hemingway und viele andere
Abenteurer dieser Welt inspiriert hat.
jumbo Angebot:
3 Tage/2 Nächte im Paket Governors Camp ab/bis Nairobi
ab € 728,- pro Person im Doppel, kein Einzelzimmerzuschlag! Gültig von 1.4.-30.6. Inkludiert: Flug Nairobi-Masai Mara-Nairobi inkl. Taxen, Vollpension, zwei Pirschfahrten täglich, englischsprachige lokale Guides, Nationalparkgebühren.
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