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Der Tigertempel
Von Anna und Fritz Resetka.

Eines unserer schönsten Erlebnisse auf unseren bisherigen Reisen war der Besuch des Tigerklosters in Thailand. Auf die Idee brachte uns eine frühere Reisedokumentation im deutschen Fernsehen (VOX). Hautnaher Kontakt mit den schönsten Raubkatzen ohne Gitterstäbe und Zooatmosphäre, das war etwas für uns. Wir buchten eine einwöchige individuelle Thailandrundreise (ausgehend von Bangkok) bei unseren Freunden bei jumbo touristik mit der Hauptattraktion „Tigerkloster“. Auf dieser Reise kann man noch interessante Ziele, wie die Schwimmenden Märkte, die Brücke am Kwai inklusive Bahnfahrt, sowie einige interessante Tempel, ein Elefantencamp, usw. mitverbinden.

Hauptort ist Kanchanaburi, wo man drei Nächte (Hoteltipp: Botanic Garden Resort) einplanen sollte. Von dort sind die wichtigsten Highlights nur einige Kilometer entfernt. Das Kloster selbst liegt in einem Waldgebiet, in dem die Tiger frei zwischen Affen, Pferden, Hirschen, Pfauen, Gänsen, Wasserbüffel und Wildschweinen herumstreifen. Es wirkt wie eine Art Arche Noah. Alle Tiere (die Tiger werden separat gefüttert) kommen am Morgen zur gemeinsamen Futterstelle und genießen ihr Frühstück. Neben den unterschiedlichen Tierplätzen, sowie vereinzelten Buddhastatuen sind die Hauptattraktionen natürlich die Tigerschlucht, der Tigerpfad und die Gehege der Raubkatzen.

Die großen Tiger verweilen zwischen 14.00 und 17.00 Uhr in der Schlucht, in der man die mächtigen Wildkatzen, vorausgesetzt man will, streicheln kann.

Außerdem besteht die Gelegenheit, die Tiger vor und nach diesen angesprochenen Zeiten von und zu ihren Gehegen zu begleiten. Abt Phusit Khantitharo, der oberste Mönch des Klosters, ist immer dabei.

Derzeit beträgt der Eintritt e 7,-. Eine Unterschrift auf einem Formular, dass man auf eigene Gefahr und Verantwortung die Klosteranlage betritt, und anschließend kann man diese ungewöhnliche Atmosphäre ohne Zeitlimit genießen. Zurzeit leben fünf Mönche mit einem Hilfspersonal von ca. 20 Personen im Kloster. Die Helfer kommen aus verschiedenen Nationen (meistens Studenten), die ihre Ferien ein oder zwei Monate lang diesen wunderbaren Tieren freiwillig und unentgeltlich widmen.

Es ist kein Muss, die Tiger zu streicheln. Aus einiger Entfernung (ca. 20m) können diese wunderbaren Tiere ebenso fotografiert werden.

Wichtig ist, dass man das Kloster zweimal besucht: Einmal am frühen Morgen, wenn die Mönche um 08.00 Uhr traditionell ihr Frühstück einnehmen (anschließend das Hilfspersonal) und die jungen Tiger (derzeit vier) frei herumtollen und lustige Spiele vollführen. Der zweite Höhepunkt findet am Nachmittag in der Schlucht statt, in der die Möglichkeit besteht, die großen Tiger (derzeit 10) zu liebkosen. Alle diese Erlebnisse laufen ohne Showeffekt in angenehmer, stressfreier Umgebung ab.

Kuscheln mit Katzen gehört bei den buddhistischen Mönchen in Kanchanaburi zum Tagesablauf. Sie bieten nämlich in ihrem Tempel zehn Tigern Zuflucht. „Wir sind hier eine große Familie“ sagt Abt Phusit Khantitharo, der im Schneidersitz auf einem Felsen thront, während hin und wieder eine der riesigen Wildkatzen ihre pelzige Schnauze an seinem safrangelben Gewand reibt.

Der erste Tiger kam 1998 in das abgelegene Kloster. Er war von einem Jäger verletzt worden und starb nur wenige Tage nach seiner Ankunft. Wenig später brachten reuige Jäger zwei Tigerjunge zu den friedlichen Männern in Gelb. Die Wilderer hatten den Tieren in den Bauch gestochen, um ein Konservierungsmittel einzuspritzen und die Wildkatzen auszustopfen. Die beiden Babys überlebten - und seither genießt der Tempel den Ruf einer Schutz- und Pflegezone für die bedrohte Tierart. „Das letzte Tigerbaby war noch nackt, als es zu uns kam. Es war gerade erst geboren, als seine Mutter starb“, erzählt Phusit.

Die Geistlichen führen genau Buch über die Persönlichkeiten ihrer Pflegegäste: „Steht gern im Mittelpunkt und gibt an“, heißt es über eines der Tiere, oder „gibt sich zahm und sanft, beißt aber“. Furcht kennen die Männer in Gelb aber nicht: Ein schmächtiger Mönch, nicht einmal halb so schwer wie ein Tiger, kämpfte zum Spaß mit einer der Raubkatzen – und die zog tatsächlich brav ihre Krallen ein.

Das Tempelgelände ist auf Dauer nicht wirklich tigergerecht. Deshalb arbeiten die Männer an der Einrichtung eines zwölf Hektar großen Reservats für 30 Tiere. „Wenn sie soweit sind, wollen wir sie in den Wald zurückschicken“, sagt Phusit. Und bedauert, dass die illegale Tigerjagd weiter ihre Opfer fordert.

jumbo Angebot: Eine dreitägige Zentralthailand-Rundreise mit Besuch der Tiger in Kanchanaburi und 3 Tage Aufenthalt in Bangkok bei jumbo touristik ab e 1.326,-