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Naturparadies Costa Rica
Von Joe Himmelbauer.
Einer der ersten Touristen, der die Küste Costa Ricas erreichte unterwegs mit einem gewissen Christoph Columbus schrieb in sein Tagebuch „... dies gehört zum Schönsten, das meine Augen je sahen“. Wegen der dort vermuteten Schätze nannte man den Landstrich „Costa Rica - Reiche Küste“. Damit lag man goldrichtig, aber weniger wegen des begehrten Edelmetalls, sondern durch den unüberbietbaren Reichtum an Naturschätzen.
Geographisch gesehen, ist dieses kleine Land nur etwa so groß wie Niederösterreich und Burgenland zusammengerechnet, für den Besucher aber präsentiert es sich als eines der vielgesichtigsten Naturparadiese dieser Erde. Kaum noch irgendwo gibt es eine so beeindruckende Vielfalt an Naturschönheiten wie tropische Regenwälder, rauchende Vulkane, einsame Strände, bunte Schmetterlinge, exotische Vögel und Reptilien auf kleinstem Raum zu finden. Die Flora und Fauna ist einzigartig, so gibt es mehr Vogelarten als in ganz Nordamerika, mehr Schmetterlinge als in ganz Afrika und über 12.000 verschiedene Pflanzenarten.
Nirgendwo anders steht im Verhältnis zur Fläche soviel Land unter Naturschutz. Die Regenwälder gehören zu den letzten Rückzugsgebieten vieler tausender bekannter wie auch noch unbekannter Lebensformen. Ganz mühelos lassen sich Tukane, Pelikane, Affen, Faultiere, Leguane, Schildkröten und Krokodile beobachten. Interessant sind auch die vielen grellbunten Pfeilgiftfrösche in deren Rückensekret die Indianer ihre Waffen sehr wirkungsvoll tränkten. Sogar der prachtvolle Quezal, ein Vogel der für die Einheimischen die Mystik und Schönheit des Nebelwaldes verkörpert, ist mit etwas Glück zu sehen.
Ein abwechslungsreiches Tagesprogramm in Costa Rica kann so aussehen: Morgens im angenehm warmen Wasser der Karibik schwimmen, mittags bei frischer Brise die Aussicht von einem 3000 Meter hohen Vulkan genießen, nachmittags in einem nebelverhangenen Regenwald seltene Tiere beobachten und bei Sonnenuntergang einen Drink mit Blick auf den Pazifik schlürfen.
Weil man hier auch mit großartigen Badestränden gleich an zwei Weltmeeren aufwarten kann, lassen sich eine Rundreise und ein Badeaufenthalt herrlich kombinieren. Ein Mekka für Menschen, die dem Stress und der Eintönigkeit des modernen Lebens entfliehen wollen.
Bei einer gefahrlosen Wanderung durch den Regenwald, mit einem erfahrenen und kundigen Naturführer erlebt man das Abenteuer „Natur pur“. Wer dieses Erlebnis noch intensivieren möchte, kann in einem der vielen Nationalparks, speziell im Nationalpark Esquinas, dem „Regenwald der Österreicher“, einige Tage verbringen und in die Geheimnisse des Dschungels eindringen.
Ein besonderes Erlebnis und wahrer Publikumsmagnet ist auch die Seilbahn „Rain Forest Aerial Tram“ im Nationalpark Braulio Carillo. In einer offenen Gondel schwebt man durch die Baumkronen, zum Greifen nahe sind Orchideen und Bromelien, Affen, Nasenbären und Tukane, die sich bei ihrem Treiben nicht stören lassen.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Vulkan Arenal. Mit etwas Glück erlebt man am Abend ein Feuerwerk, das sämtlichen Silvesterzauber in den Schatten stellt. In sicherer Entfernung haben die spektakulären Eruptionen etwas Magisches an sich. Donnerpoltern kündigt die Ausbrüche an, bei Dunkelheit schießen Fontänen in den Nachthimmel und wälzen sich als rot glühende Lava über die Hänge.
Mehr Lehrer als Soldaten. Zu recht sind die „Ticos“, wie sich die Costaricaner selbst nennen, stolz auf ihr Land. Es unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Nachbarn: Die Armee wurde 1949 abgeschafft und damit auch Putsche und Militärdiktaturen. Die freigewordenen Ressourcen wurden in Sozialprogramme, Wirtschaftsentwicklung und Naturschutz investiert. Der Traum aller Friedensapostel ist in Costa Rica erfüllt: Es gibt mehr Lehrer als Soldaten! Nicht ohne Grund spricht man von der „Schweiz Mittelamerikas“; ein exzellentes und kostenloses Schulsystem, wirksame Sozialgesetze, und ein ausgezeichnetes Gesundheitswesen vermindern die Gegensätze zwischen Arm und Reich. Dies spiegelt sich auch in der freundlichen und sympathischen Wesensart der Bewohner wider, spontane Hilfsbereitschaft und Lachen gehören zur Natur der Costaricaner.
Für mich zählt dieses Land zu den faszinierendsten Reisezielen der Welt. Dort spüre ich wie stark unser Bedürfnis nach Kontakt mit der Natur ist, dort suche und finde ich meinen Platz in der Ordnung der Dinge, dort ist die Energiequelle zum Auftanken der Seele. Eine Reise nach Costa Rica ist auch eine Reise in mich selbst.
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