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Japan zu fremd zu fern zu teuer.
Drei Vorurteile am Weg zur Entkräftigung.
Von Sylvia Loos, Betreuerin für Gruppenreisen bei jumbo touristik.
Nirgendwo sonst stehen alte Tradition und modernste Technologie so nah beisammen. Stilvolle Teehäuschen neben imposanten Wolkenkratzern, kunstvolle Zen-Gärten neben bunter Leuchtreklame. Es ist wirklich faszinierend in diese Kultur einzutauchen!
Das Erlebnis beginnt nach meiner Ankunft in Kyoto, gleich am Abend speise ich in einem typischen Izakaya-Restaurant. Jeder Tisch befindet sich in einer eigenen Nische, man sitzt auf Kissen, hat aber versteckt unter dem Tisch Platz die Beine baumeln zu lassen natürlich ohne Schuhe, bei Bedarf erhält man eigene Hausschuhe. Ja, und essen tut man natürlich mit den berühmten Stäbchen!
Serviert wird eine Auswahl verschiedenster japanischer Gerichte, auch wenn man nicht immer weiß was man isst, es schmeckt ausgezeichnet! Sehr viel Gemüse, Soja und Fisch, Reis nur in kleineren Mengen also auch noch sehr gesund. Sicher auch deshalb werden die Japaner ziemlich alt, man sieht kaum dicke Menschen in Japan außer es handelt sich um westliche Touristen oder die berühmten Sumo-Ringer. Letztere habe ich auch live in Aktion erlebt später in Tokyo ... .
Noch bin ich in Kyoto, der ehemaligen Haupt- und Kaiserstadt, die bis auf den heutigen Tag ihre einzigartige Atmosphäre und ihren besonderen Charme bewahrt hat. Ich habe hier unvergessliche Eindrücke der japanischen Kultur gewinnen können. Wie zum Beispiel den „Goldenen Pavillion“, ein Bauwerk, dessen Fassade aus purem Gold gefertigt wurde! Oder der berühmte Zen-Garten des Ryonji-Tempels der Zen-Buddhismus ist eine japanische Variante des Buddhismus, der die Askese über Gebühr betont statt Gras viele kleine Kieselsteine am Boden und statt Sträuchern gibt es große Natursteine. Beeindruckend ist auch das Nijo-Schloss des Takugawa-Shogunats, in dem man sich in das Palastleben jener Zeit zurückversetzt fühlt. Im Gegensatz dazu der moderne und sehr imposante Hauptbahnhof Kyotos, eine Schöpfung des berühmten Architekten I.M.Pei. Und dazu gibt es eigentlich fast nur freundliche und hilfsbereite Menschen, die sich immer lächelnd um einen bemühen. Dieses Lächeln kommt von Herzen das spürt man einfach! Übrigens, statt dem Hände-Schütteln zu Begrüßung und Verabschiedung verbeugt man sich in Japan, eine sehr achtende Geste.
Nach dem Frühstück geht es mit der Bahn zu einem Ausflug nach Nara, der Wiege der japanischen Kultur und der ersten Hauptstadt Japans, von der aus dauerhaft regiert wurde. Am besten erkundet man die einzelnen Besichtigungspunkte zu Fuß beginnend mit einem Spaziergang durch den Nara-Park, wo man zahmes Rotwild beobachten kann. Man gelangt zum Todaiji-Tempel, dem weltweit größten Holzgebäude. Hier wird der „Daibutsu“, die größte bronzene Buddhastatue, verehrt. Entlang des Weges weiter zum Kasuga-Schrein findet man tausende Stein- und Bronzelaternen, die eine geheimnisvolle Atmosphäre schaffen.
Später geht es mit dem berühmten Superexpresszug „Shinkansen“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h in knapp 2 Stunden von Kyoto in die moderne Hightech-Metropole und Hauptstadt Tokyo. Allein die Fahrt mit den pfeilschnellen und auf die Minute pünktlichen Zügen ist schon ein Erlebnis.
Angelangt in der dynamischen und sicheren Metropole Tokyo bin ich schon wieder fasziniert alles ist so ganz anders als das zuvor Gesehene. Wolkenkratzer, bunte Leuchtreklame meist in japanischer Schrift - viele Autos und noch viel mehr Menschen ein quirliges Treiben! Und doch spürt man fast keine Hektik, man hat das Gefühl, alles und jeder Schritt läuft geordnet und in Ruhe ab. Topgestylte Jugendliche neben traditionell gekleideten Damen im Kimono. Einer trinkt Grünen Tee, der andere Pepsi Cola. Alte Traditionen und Rituale pflegen und trotzdem ein Vertreter der High-Tech Generation zu sein ist in Japan kein Widerspruch.
Letzteres begreife ich durch den Blick aus dem Hotelzimmerfenster im 33.Stock, von da kann man auch spät in der Nacht noch Konferenzen im „Nachbar“-Wolkenkratzer beobachten, denn die Japaner arbeiten sehr gerne viel und lange, bis in die Nacht.
Nach einer geruhsamen Nacht in schwindelerregender Höhe bemerke ich, dass diese Stadt auch bei Tageslicht ihre Reize hat. Bei einer Bootsfahrt in der Bucht von Tokyo kann man die beeindruckende Skyline der Stadt einmal ganz anders sehen und gelangt auch zum Vergnügungs- und Erholungsviertel „Odaiba“. Hier kann man shoppen, ausgezeichnet essen und man findet eine Menge Unterhaltungsmöglichkeiten, sowie den Hauptsitz des Fuji Television Broadcast Center. Wieder zurück am „Festland“ habe ich das Glück an einer typischen Teezeremonie im Teehaus des Hama-Rikyu Garten beizuwohnen. Hier sieht man wieder die unterschiedlichen Gesichter Japans man bekommt den berühmten Grünen Tee in traditioneller Atmosphäre serviert, nebenan ragen unzählige Wolkenkratzer in den Himmel empor. So eine Teezeremonie ist wirklich ein Erlebnis, keine Geste, kein Gegenstand ist zufällig die Ausbildung zu einem perfekten Teemeister dauert drei Jahre! Der richtige Grüne Tee ist eigentlich sehr gewöhnungsbedürftig, weil sehr bitter, deshalb isst man zuvor eine kleine Süßspeise um den Geschmack zu verbessern.
Nach dieser neuen Erfahrung und angenehmen Ruhe im Park geht meine nächste Fahrt in das Stadtviertel Asakusa. Hier glaubt man wieder alle Stadtbewohner auf einmal zu treffen, so ein buntes Treiben herrscht an dieser heiligen Stätte. Hier befindet sich der Kannon-Tempel, welcher insbesondere der Göttin der Barmherzigkeit geweiht ist. Der Weg dorthin führt über die belebte Ladenstraße Nakamise Dori und durch das Donnertor mit der 750 kg schweren Laterne.
Zum Abschluß dieses ereignisreichen Tages lerne ich bei einer Metro-Fahrt die Effizienz der öffentlichen Verkehrsmittel im Tokyoer Untergrund kennen. Obwohl es auf den ersten Eindruck hin unmöglich erscheint alleine mit der U-Bahn unterwegs zu sein, ist es eigentlich gar nicht so schwer. Fahrkarten bekommt man beim Automaten, davon gibt es sehr viele, dann muss man nur noch den richtigen Abgang zu der gewünschten U-Bahn Linie suchen. Beim Einsteigen in die U-Bahn stellen sich alle Menschen in einer Reihe an, es gibt kein Drängeln, alle benehmen sich sehr kultiviert.
Durch diese Art des Reisens gelange ich einfach und schnell zum Kaiserpalast, den man nur von außen besichtigen kann und anschließend zur „Ginza“, der berühmten, vornehmen Einkaufsstraße von Tokyo, wo sich ein Bummel lohnt.
Nach soviel Erlebnissen habe ich Hunger und da bietet sich natürlich ein typisches Sushi-Lokal an, das muss man einfach testen. In gemütlicher Atmosphäre kann ich dem Sushi-Koch bei der Zubereitung der Speisen zusehen und bewundern, mit wieviel Liebe und Fingerfertigkeit ein auch fürs Auge köstliches Mahl zubereitet wird. Die Japanische Küche hat aber auch mehr zu bieten als nur Sushi. Es gibt zahlreiche Restaurants, die umfangreiche Speisekarten mit abwechslungsreichen Fleisch-, Fisch-, Nudel- und Gemüsegerichten haben, aber auch europäische Gerichte wie Steaks, Salate und Pasta sind zu finden und natürlich auch internationale Fastfood-Ketten. Übrigens: die Nebenkosten für Verpflegung müssen nicht teuer sein, preiswerte Gerichte findet man in zahlreichen Restaurants bereits ab e 10,-!
Die letzte Station meiner eindrucksvollen Reise führt mit dem schon bekannten Shinkansen nach Odawara und dann mit dem öffentlichen Bus hinauf in den Hakone-Nationalpark, wo vor allem Naturliebhaber voll auf Ihre Kosten kommen. Bei klarer Sicht bieten sich fantastische Impressionen des heiligen, 3.776 Meter hohen Berges Fuji-san, des höchsten Berges Japans. Bei schönem Wetter empfiehlt sich eine Bootsfahrt auf dem Ashisee oder eine Seilbahnfahrt in die Bergwelt Hakones mit einmaligem Panorama.
Nach soviel Natur entspannt man am besten in einem Ryokan, einem traditionellen, japanischen Gästehaus. Der Standard reicht von kleinen, einfachen Gasthöfen bis hin zum großen Hotel. Die Ryokans verfügen über traditionell-japanische Zimmer, ausgelegt mit Tatamimatten und Futons, die dann zum Schlafengehen vom Personal ausgebreitet werden mit Decken und Pölstern. Ein Laternenlicht brennt die ganze Nacht und natürlich immer griffbereit eine Taschenlampe (das ist in Japan so üblich, da Erdbeben in diesem Land fast alltäglich sind und bei einem solchen sofort der ganze Strom abgeschalten wird, benötigt man eine Taschenlampe). Beim Betreten des Zimmers legt man die Alltagskleidung und Schuhe ab und schlüpft in einen bequemen Kimono und Hausschuhe damit bewegt man sich dann nicht nur im Zimmer, sondern im ganzen Haus. Für die Toilette gibt es eigene Schuhe. Je nach Standard gehört ein typisches japanisches Bad dazu, man genießt in einem Becken das mit ätherischen Ölen versetzte heiße Wasser. Frauen und Männer baden getrennt. Zuvor erfolgt eine gründliche Reinigung.
In einem Ryokan werden ausschließlich japanische Speisen serviert, auch zum Frühstück, aber wer von einer Dame im Kimono Tee und Sushi serviert bekommt, fühlt sich wie Gott in Japan.
Nach diesem Erlebnis wieder zurück in Tokyo besuche ich noch ein traditionelles Sumo-Turnier in Tokyos imposanter Ringkampfstätte Kokugika. Obwohl es nicht wirklich wie ein Kampf aussieht, eher wie einer Zeremonie. Übrigens, bekannte Sumo-Ringer genießen ob ihres kolossalen Aussehens, das nicht typisch für Japan ist, ein hohes Ansehen besonders bei jungen hübschen Frauen.
So schnell ist auch wieder der Tag der Abreise da, um aber noch einmal in Japans Kultur einzutauchen geht es schon um 5 Uhr früh zu einem unvergesslichen Besuch einer Fisch-Auktion auf Tokyos Fischgroßmarkt in Tsukiji. In gigantisch großen Hallen werden frische Fische und Meeresfrüchte zum Export und Lieferung an Restaurants verpackt und auch direkt an Kunden verkauft.
Die Fahrt zum Flughafen stimmt mich traurig, weil ich dieses eindrucksvolle Land wieder verlassen muss. Aber ich werde sicher wieder kommen denn ich habe lange noch nicht alles gesehen. Gerne würde ich auch noch mehr erzählen. Wenn Sie noch mehr erfahren wollen, unternehmen Sie doch mit jumbo touristik eine Reise nach Japan in das faszinierende Land der Gegensätze.
Reiseinfo:
Anreise
Die heimische Fluglinie
Austrian bietet ab ganz
Österreich fünf mal pro Woche
Nonstoppflüge nach Tokyo und vier mal pro
Woche Nonstoppflüge nach Osaka an. Diese beiden
Städte fliegt auch Lufthansa täglich ab Österreich via Frankfurt an.
Klima/Reisezeit
Generell ist die beste Reisezeit für Japan unser Frühling und Herbst, mit angenehmen Tagestemperaturen um 20 Grad. Ende März/Anfang April ist das Land durch die Kirschblüte mit prächtigen rosa Blüten überdeckt und daher eine äusserst beliebte Reisezeit! Ab Juni beginnt die rund vierwöchige Regenzeit, die nahtlos in die heissen Sommermonate bis August übergehen. Im südlichen Japan
sind die Temperaturen grundsätzlich milder.
JUMBO Reisetipp
Japan lernt man am besten im Zuge
einer geführten Rundreise kennen.
JUMBO Touristik bietet in seinem
Programm 5 verschiedene Reiserouten an.
Die äußerst beliebte Rundreise „Japan Klassisch“
kostet ab Tokyo/bis Osaka nur e 969,-!
Weitere Informationen
Japan National Tourist Organization, Kaiserstraße 11, 60311 Frankfurt/Main.
www.jnto.go.jp
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